Standortbezogene Marktprognose für Schließfächer

/ / Allgemein, Banken, Sicherheit / 2. Juli 2018

In Einkaufspassagen bekommt man oft ganz beiläufig die Beschwerden der Passanten mit. Die einen bemängeln die Qualität im Verhältnis zum Preis. Die anderen versuchen mit ihrem Verhandlungsgeschick auf einen gemeinsamen Nenner zu kommen. Schließfächer bleiben von dieser Entwicklung nicht verschont.

Entwicklung der Preise für die Konsumenten

Wohnraum, Lebensmittel oder alltägliche Aktivitäten benötigen einen höheren finanziellen Aufwand als früher. Während alle Konsumenten diese Entwicklung zähneknirschend annehmen, gibt es Gründe, welche diese Entwicklung rechtfertigen. In der Branche der Sicherheitsverwahrung ist eine höhere Nachfrage durch die Unsicherheiten, beruhend auf steigenden Einbruchszahlen, Knappheit der Schließfächer oder die Versicherung der Wertgegenstände bei Schließfächern, entstanden.

Preisanstieg von Schließfächer in der Vergangenheit und Gegenwart

Allgemein hat die Inflation den größten Anteil am Preisanstieg. Andere Branchen sind hiervon noch stärker betroffen. Alltägliche Gegenstände, wie Nahrungsmittel oder Kleidung, sind am stärksten betroffen. Im Bereich der Mietschließfächer haben wir eine besondere Situation. Die Branche verkleinert sich stark. In Deutschland, allen voran in Bayern, schließen unzählige Bankfilialen. Viele Kunden kommen nur noch einmal pro Jahr, die meisten nutzen das Online-Banking. Die Deutsche Bank hat 2017 wegen dieser Gründe weitere 11 Standorte in Bayern geschlossen.

Im Raum München ist die Verknappung der Schließfächer besonders signifikant. Private Anbieter können nicht die nötigen Kapazitäten bieten. Während in der Vergangenheit das Volumen ausgereicht hat, führt die gegenwärtige Entwicklung zu einem Nachfrageüberschuss. Dieser führt zu höheren Preisen. Die Wettbewerbsposition der Anbieter ist aufgrund der schwindenden Konkurrenz stärker wie früher. In der Vergangenheit hat diese Tatsache keine Rolle gespielt, da fast ausschließlich Banken Schließfächer vermietet haben. Dieser Geschäftszweig wurde für Kunden als Bonus geschaffen. Grundsätzlich gab es in der Vergangenheit wie auch in der Gegenwart keine Gewinnerzielungsabsicht, sondern die Absicht der Kostendeckung.

Aufgrund der steigenden Kosten (Filialen, Mitarbeiter, Versicherung) und der geringeren Auslastung der Filialen durch das Online-Banking mussten die Banken ihre Preise anpassen. Dadurch waren und sind viele Kunden verärgert. In Riesa, einer Kleinstadt in Sachsen, kann ein Preisanstieg von ca. 100 % betrachtet werden. Die Schließfächer steigen von damaligen 42 Euro auf 84 Euro bis zum Jahr 2017. Ein Mieter, Lajos Palfalvi, sagt dazu: „Aber trotzdem wäre das eine Steigerung von 100 Prozent“. Herr Palfalvi wird oder hat sein Schließfach gekündigt, auch weil es in Riesa noch freie Kapazitäten gibt. (https://www.sz-online.de/nachrichten/preis-fuer-schliessfaecher-verdoppelt-3310841.html)

Leider ist Riesa nicht München, Berlin oder Hamburg – weshalb hier nach dem Motto „Friss oder stirb“ gehandelt wird.

Ein Blick in die Zukunft, Schließfächer in München

Für die Zukunft ist auch keine positive Prognose möglich. Bankfilialen schließen, private Mietschließfachanbieter treten an ihre Stelle und schaffen Kapazitäten. Etablierte private Schließfachanbieter sind primär Edelmetallhändler.

Seit 2015 gibt es ein Unternehmen, das sich ausschließlich auf die Vermietung der Schließfächer konzentriert, die SchliessBAR 23 GmbH. In München kann ein Schließfach, bei einem privaten Anbieter, mit den Maßen 7,5 x 15 x 30 cm zwischen 180,00 € – 298,00 € kosten. Die Kosten für Wartung und Instandhaltung der Tresorräume fanden bis jetzt keine Beachtung. Dabei sind diese, besonders für private Anbieter, durch Anforderungen der Versicherung starke Kostentreiber. Diese Anforderungen unterscheiden sich wesentlich zu Banken. Banken haben ein anderes Standing als private Anbieter. Private Anbieter wie die „SchliessBAR 23“, „Degussa“, „pro Aurum“ in München oder „das Safe“ in Österreich sind auch deshalb in einer höheren Preisklasse angesiedelt.


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